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Was ist Agility?Im Spätsommer2003 haben Zebu und ich angefangen, Agility zu trainieren. Und oft, wenn ich begeistert davon erzähle, ernte ich verständnislose Blicke, gefolgt von der Frage: »Was ist das eigentlich, Agility?«
Und das ist Agility! Der Name der Sportart leitet sich aus dem Wort »agil« her, bedeutet also einfach nur »lebendig« und »munter«. Und in diesem Sinne sollte dieser Hundesport auch betrieben werden. Die Entstehungsgeschichte des Agility-Sports liegt ein wenig im Dunkeln. Wie (fast) alles Seltsame kommt auch Agility aus England. Einigermaßen gesichert ist, daß 1977 in einer Show als Showeinlage ein dem Pferdesport ähnlicher Parcours aufgebaut wurde und eine Gruppe von Hunden mit ihren Führern durch diesen Parcours liefen. Die Show kam gut an und Agility war geboren. Anfangs war das alles noch sehr anarchisch und urwüchsig, aber schon bald gründeten sich Vereine, es gab organisierte Wettkämpfe mit Preisrichtern, Meisterschaften und wo weiter. In Deutschland wird Agility seit 1992 vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ausgetragen. (Der Verband ist aber nicht so schlimm, wie sein Name vermuten läßt.) Seitdem ist auch hierzulande alles geregelt und Agility ist als offizieller Hundesport anerkannt.
Hund und Hundeführer bilden jeweils ein Team, das gemeinsam den Parcours innerhalb einer festgesetzten Mindestzeit durchlaufen muß. Die Zeit wird vom Sprung des Hundes über das erste Hindernis bis zum Sprung des Hundes über das letzte Hindernis gemessen. (Wann der Hundeführer den Parcours verläßt, ist daher nicht von Belang — er sollte ihn nur so schnell verlassen, daß der Hund nach dem Wettkampf nicht wieder auf den Parcours läuft, um seine Belohnung abzuholen. Sonst gibt es eine Disqualifikation, im Agility liebevoll »Diss« genannt. Daher ist es wichtig, daß man mit dem Hund das »Vorschicken« trainiert, das Arbeiten des Hundes »vor« dem Hundeführer.)
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Um ein wenig die Chancengleichheit zu wahren, werden Hunde in drei Klassen eingeteilt: Small, Midi und Large, also kleine, mittlere und große Hunde. Zebu läuft als "Large" — »Gabis kleiner Hund« gilt also im Hundesport als »großer Hund«. In der Hauptsache unterscheiden sich diese Klassen durch die unterschiedliche Höhe der Hindernisse, daneben gibt es auch immer mehr Spezialläufe für alte Hunde, die ebenfalls nur noch sehr niedrige Hindernisse überspringen müssen. Dann gibt es noch vier Leistungsklassen, die von A0 (offene Anfängerklasse) bis A3 (»Könner«) gehen. Um in die jeweils höhere Klasse zu gelangen, muß ein Team in seiner Klasse bestimmte Erfolge vorweisen können. So muß man, um von A1 nach A2 aufzusteigen, mindestens dreimal auf regulären Wettkämpfen den Parcours mit maximal fünf Fehlerpunkten durchlaufen haben und von mindestens zwei unterschiedlichen Richtern bewertet worden sein. Für den Aufstieg nach A3, der »Klasse der Könner« gelten noch schwerere Regeln. A0 dagegen ist eine offene Klasse, hier kann jeder antreten, der die Mindestvoraussetzung (der Hund ist mehr als 15 Monate alt und das Team hat eine Begleithundeprüfung (BH oder BH-A) erfolgreich abgelegt) erfüllt.
Daneben gibt es noch »offene Wettbewerbe«, die von den einzelnen Hundevereinen ausgetragen werden und die ebenfalls Hund und Hundeführer viel Spaß bereiten. Wie sieht nun so ein Agility-Parcours aus? Erst einmal gibt es die Sprünge über Hürden, Buschhürden, Weitsprung und Viadukt, dann die Kontaktzonengeräte und schließich noch Tunnel, Slalom und Tisch. Der Parcours wird vor jedem Wettkampf nach Maßgabe des Richters (der ihn sich auch ausgedacht oder aus der Literatur übernommen hat) aufgebaut und sieht jedesmal anders aus. Kurz vor dem Wettkampf dürfen die Hundeführer (ohne Hund!) auf den Parcours und sich überlegen, wie sie ihren Hund über die Hindernisse leiten. SprüngeDie Würze eines Parcours sind die Hürden, von denen es auch immer mindestens sieben in einem Parcours gibt. Sie sind mal so aufgebaut, daß der Hund in gerader Linie darüber springen kann und Geschwindigkeit gewinnt, mal so, daß an ihnen ein Richtungswechsel erfolgt oder auch so, daß der Hund sie wellenförmig überspringen muß. Standardhürde ist die Stangenhürde, daneben gibt es auch noch eine Buschhürde, bei der der Hund nicht hinter das Hindernis gucken kann, den Reifen, der durchsprungen werden muß, den Weitsprung und — selten eingesetzt — das Viadukt. Kontaktzonengeräte
Tunnel, Salom und TischTunnel werden von fast allen Hunden geliebt, auch von Zebu (er hat auf unserem ersten und bisher einzigen Wettkampf auch mühelos das »Tunneldiplom« erworben). Sie sind daher eine große Versuchung für den Hund, wenn hinter einem Hindernis ein Tunneleingang neben einer weiteren Hürde auftaucht. Fast alle Hunde wollen dann in den Tunnel, obwohl die Hürde verlangt ist. Hier ist oft der ganze Körper- und Stimmeinsatz des Hundeführers erforderlich, um doch noch zu erreichen, daß der Hund das andere Hindernis zuerst nimmt. Neben dem (festen) Röhrentunnel gibt es noch den Stofftunnel, dessen Ausgang aus einer losen Stoffbahn besteht.
Der Tisch wird heute nur noch selten eingesetzt, er eignet sich aber gut, um Ruhe in ein Team zu bringen oder einen Richtungswechsel vorzubereiten. Der Hund muß fünf Sekunden auf dem Tisch verharren und darf dann erst seinen Parcourslauf fortsetzen. Neben diesem klassischen Agility-Parcours ist in den letzten Jahren das »Jumping« fester Bestandteil eines Agility-Turnieres geworden. Jumping ist ein Agility-Lauf ohne Kontaktzonengeräte und daher sehr schnell und eine Herausforderung an die Geschwindigkeit des Hundes und die Reaktionsfähigkeit des Hundeführers. Doch egal ob klassisches Agility oder Jumping, für beides gilt: All die verschiedenen Hindernisse müssen möglichst schnell und möglichst fehlerfrei übersprungen, überklettert oder durchlaufen werden. Das ist — gerade für Anfänger wie uns — nicht immer einfach, aber es macht Hund und Hundeführer einen mordsmäßigen Spaß. Und wer weiß? Vielleicht sehen wir Euch ja auch einmal als Zuschauer bei einem Wettkampf. Photostrecke: Agility-Training am 19. Mai 2004 (18 Bilder).
Erstveröffentlichung: Sylvester 2003, die Bilder wurden nachträglich hinzugefügt.
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